Verschiedene Ansätze
Die medikamentöse Therapie mit Antidepressiva ist die anerkannteste Behandlungsform aller Arten mittelschwerer bis schwerer Depressionen unabhängig von der Ursache.
Ist eine Depression vor allem auf belastende Ereignisse oder unbewältigte Kindheitserlebnisse zurückzuführen, gibt es - je nach individuellen Gegebenheiten - die Möglichkeit von zusätzlichen psychotherapeutischen Gesprächen, von Soziotherapie oder Verhaltenstherapie.
Der Schwerpunkt der "endogenen" Depression, die meist schwerer ist und auf einer Stoffwechselstörung im Gehirn beruht, liegt in der medikamentösen Behandlung.
- Antidepressiva sind wirksam (70 % der behandelten Patienten sprechen an) und verlieren mit zunehmender Therapiedauer nicht an Wirksamkeit.
- Antidepressiva haben kein Suchtpotential und machen nicht abhängig.
- Die Wirkung von Antidepressiva steht nicht allgemein proportional zur Dosis, es gibt aber gerade bei den älteren Antidepressiva zu erreichende Minimaldosierungen.
- Antidepressiva wirken bei Depressionspatienten während sie sich bei Gesunden nicht auszuwirken scheinen
- Der primäre pharmakologische Wirkmechanismus basiert auf einer Erhöhung von Neurotransmitterspiegeln (z.B. der Noradrenalin- und/oder Serotonin-Spiegel) im Hirn.
- Moderne Antidepressiva-Entwicklungen, wie z.B. NaSSA (noradrenerg und spezifisch serotonerg wirksame Antidepressiva) und herkömmliche trizyklische Antidepressiva (TZA) steigern die Freisetzung von Noradrenalin und Serotonin. Dagegen beeinflussen die selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) lediglich die Ausschüttung von Serotonin.
Die wesentlichen Unterschiede zwischen Antidepressiva liegen vor allem in ihrem Verträglichskeits- und Sicherheitsprofil. Allerdings sind vor allem bei schweren Depressionen Unterschiede im Wirksamkeitsgrad zwischen den einzelnen Antidepressiva-Gruppen zu vermerken.